Thomas Steinert »Hilbigs Heimat — Bilder aus
dem Mitteldeutschen Braunkohlerevier«
19. Juni—14. Juli 2012

Die Fotoserie aus dem mitteldeutschen Braunkohlerevier, aufgenommen 1974 bis 1995, ist eine Hommage von Thomas Steinert an den Schriftsteller Wolfgang Hilbig. Vor fünf Jahren verstorben, wäre Hilbig Ende August 71 Jahre alt geworden.

Wolfgang Hilbig, der zahlreiche literarische Auszeichnungen erhielt, ist 1941 in Meuselwitz bei Leipzig geboren. Er erlebt im »Sklavenstatus« eines Kesselheizers die Sprachlosigkeit seiner angeblich herrschenden, in Wahrheit aber unterdrückten Klasse als eine existentielle Demütigung, die zu beschreiben sein Anliegen wird. Herausgewachsen aus den Erfahrungen als Arbeiter in den maroden Industriebetrieben der DDR und der Beobachtung ihres endgültigen Verfalls in der Nachwendezeit, wuchern Hilbigs Texte in die surreale Landschaft einer ungeheuren Phantasie.

In seinen radikalen schwarz-weiß-Fotografien hat Thomas Steinert die vom Braunkohleabbau geprägten und zerschundenen Landschaften festgehalten, in denen Hilbigs Prosa ihre Wurzeln trieb.


Thomas Steinert, 1949 geboren in Burgstädt, DDR, lebt und arbeitet in Leipzig.
1965–1968 Lehre als Metallhüttenfacharbeiter mit Abitur in Freiberg
1972–1977 Fotografiestudium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig.
Er nahm an zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen teil.

Ergänzende Publikationen:
»Thomas Steinert –Sehenden Auges«, Mitteldeutscher Verlag 2011, ISBN 978-3-89812-761-5
»Wolfgang Hilbig –Erzählungen«, Werkausgabe, Band 3 von 7 Bänden, S. Fischer Verlag 2010,
ISBN 978-3-10-033843-3
»Dionysos war hier« Fotoessay von Thomas Steinert über Leben und Werk des Dichters Ernst Ortlepp, 1800 - 1864, Pro Leipzig 2010, ISBN 978-3-936508-57-4

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