Paul Glaw

In seiner künstlerischen Arbeit beschäftigt sich Paul Glaw mit der Identität seiner Generation. Er wurde 1988 in Halle an der Saale geboren und ist mit den letzten Überresten des Sozialismus und dem damit einhergehendem ostdeutschen Idiom sozialisiert worden und aufgewachsen. Die meiste Zeit seines bisherigen Lebens verbrachte und verbringt er in der Bundesrepublik Deutschland. Trotzdem bewegt er sich aufgrund seiner Herkunft zwischen zwei Welten. Die der BRD und die Ostdeutschlands. Es ist ein Problem der Wendegeneration. Nicht zu wissen wohin und wozu man gehört, generiert eine Identitätsproblematik, die kaum Raum für Diskussionen findet.

In seiner aktuellen Werkserie setzt er sich mit seinem Erfahrungsraum der 90er Jahre in Ostdeutschland auseinander, von welchen Rollenbildern er umgeben war und was ihn beeinflusste. Freiräume, leere Gebäude und Fabriken, Uniformität und Gruppenzugehörichkeit, neonazistische Jugendbanden und das damit einhergehende Bild des „Starken deutschen Mannes“ umwob seine Jugend in den 90er Jahren. Machistische Männergruppen, die durch ihren Corpsgeist und Homogenität fast schon ein ironisches Statement zu Homoerotik darstellen. Wer oder was ist der Ostdeutsche Mann?

In seinen Malereien versucht er Zustände, seien es Emotionale oder flüchtige, als letzten Blick oder letzte Regung der Protagonisten*innen darzustellen. Welche Erinnerungen bleiben, wenn Personen sich nur kurz begegnen? Welche Erfahrung bleibt präsenter, psychische oder physische Gewalt? Daraus resultieren Situationen, die oft zu kippen drohen. Und wenn sie umkippen, dann gibt es immer jemanden der/die etwas beobachtet hat und nicht reagiert, es ignoriert, oder es aussitzt. Was kommt dann als nächstes?
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