David Borgmann: Festland
11. Januar—15. Februar 2020

David Borgmann: Festland
Abbildung und Abstraktion, Fläche und Raum, Kolorit und Textur—dies sind die Pole, zwischen denen die Gemälde von David Borgmann das Verhältnis von Mal-Modus, Motiv und Bild in der Malerei erforschen. Viele Bilder erscheinen einerseits sachlich abstrahiert. Andererseits entfaltet sich in ihnen durch die landschaftlichen Motive, die gedeckte aber doch kräftig leuchtende Farbigkeit und durch die Dramatik, mit der die Texturen, Farben und motivischen Elemente in ihrer präzisen Setzung aufeinander treffen eine starke und emotional getragene Atmosphäre. Die Texturen, welche aus dem Materialexperiment mit verschiedenen Werkzeugen entstehen treten in einem großen Reichtum an gestochen scharfem Detail hervor und üben so einen starken Sog auf den Betrachter aus. Währenddessen suggeriert der immer wieder in die Tiefe des Horizonts reichende Blick Freiheit und Weite.

Durch Ihre eigenwillige Maltechnik wirken die Bilder von David Borgmann neuartig und doch wird vielerorts die intensive Beschäftigung mit den Traditionen der Landschaftsdarstellung bis in die zeitgenössische Malerei deutlich. In der Vereinfachung komplizierter Motive zu dynamischen Mal-Gesten und in der flächigen Abstraktion klingen asiatische Malerei und vor allem japanische Holzschnitte an. Andere Bilder, wie die neueren Seestücke mit Wolken, lassen in ihrer klaren und an der Renaissance-Idee des Fensterblickes orientierten Raumkonstruktion eher an die Bilder von Meereslandschaften eines Gustave Courbet erinnern. Andere Bilder dekonstruieren den Raum wie ihn die westliche Bildgeschichte des optischen Blicks vorgibt hin zu einer Collage-artigen Bildwirkung und berühren dabei verschiedene Ideen: Wird die Landschaft hier fast zu einer Landkarte, welche wir mit den Augen abwandern können, löst sich die Illusion dort schon beinahe zu einer geometrischen Komposition auf und knüpft somit an die Farbfeldmalerei an. Wurzeln und Flügel—zwei Attribute die David Borgmann«s Bildern treffend zugeschrieben werden können. Nimmt die ambivalente, geheimnisvolle Bildwirkung den Betrachter für sich ein, so zeigt sich die Bildwelt, die David Borgmann beharrlich erforscht gleichzeitig in Bewegung und lässt Raum für Neugier, wohin sich diese Arbeit weiterentwickeln wird. .

David Borgmann [*1983] lebt und arbeitet in Leipzig und München. Er studierte Malerei bei Karin Kneffel in Bremen und München sowie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. 2015 schloss er sein anschließendes Meisterschülerstudium an der HGB ab. Borgmann erhielt zahlreiche Förderungen und Preise, so war er 2017 Preisträger der Nordwestkunst, der alle zwei Jahre durch die Kunsthalle Wilhelmshaven verliehen wird. Seit 2018 unterrichtet David Borgmann als künstlerischer Mitarbeiter bei Prof. Pia Fries an der Akademie der Bildenden Künste München. Mit seinen Werken ist Borgmann schon jetzt in bedeutsamen privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten wie etwa der Hildebrand Collection oder der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen.

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