Antony Valerian und Tallal Shammout:
Mama said don't yell at us
18. September—30. Oktober 2021

Wir freuen uns, Sie zur Eröffnung der Doppelausstellung Mama said don't yell at us der Künstler Antony Valerian und Tallal Shammout einladen zu dürfen. Die Ausstellungseröffnung findet im Rahmen der gemeinsamen Eröffnungen der Spinnerei Galerien über das ganze Wochenende hinweg am 18. und 19. September 2021 statt. 

Die miteinander befreundeten Künstler Antony Valerian und Tallal Shammout studierten beide in der Klasse Erweiteter Malerischer Raum von Daniel Richter an der Akademie der bildenden Künste in Wien. In der Josef Filipp Galerie zeigen sie nun gemeinsam aktuelle Arbeiten. Während Antony Valerian eine eindringliche, figürliche Porträtmalerei in ganz eigenem Duktus vorlegt, präsentiert Tallal Shammout rätselhafte illusionistische Bildwelten, denen eine ausgefeilte Methodik zu Grunde liegt und der Monate des Experiments vorausgingen. Wir laden Sie ein, die charakteristischen Merkmale dieser beiden Positionen und deren je eigenen Umgang mit Bildraum, Bildoberfläche und Bildidee zu erkunden.


In groben, freien Pinselstrichen und mit kräftigen Farben entwickelt Antony Valerian seine Motive auf Leinwand und Holz. Der Malprozess ist ein offener; Vorlagen und Bildideen liefern lediglich Impulse, ebenso malerische Entscheidungen, Stimmungen und Inspirationen aus Pop/Kultur und dem Alltagsleben des Künstlers. Das Ergebnis sind offene, dynamische Darstellungen und eine originelle Form der Porträt- sowie Landschaftsmalerei. Die Doppelexistenz der modernen Malerei in Form einer Gleichzeitigkeit von Materialität des Bildes, die für sich die Sinne anspricht, und Illusion realisiert sich über Valerians prozesshaften Arbeitsweise, die der Formwerdung samt ihres performativen Aspekts Raum auf der Bildoberfläche gibt und lässt. Über einen häufig mehrschichtigen und unregelmäßigen Farbauftrag erhalten Valerians Gemälde geheimnisvolle Dichte, der freie, zunächst gar unbekümmerte Pinselstrich führt zu erstaunlich beweglichen Darstellungen, die ganz unterschiedlichen Stimmungen und Erzählungen Raum geben.

In der Ausstellung Mama said don’t yell at us präsentiert Antony Valerian die neue Serie Mona Lisa’s Hands. Auf großformatigen Holzplatten legt der Künstler unterschiedliche Porträts vor, die die Kompositionen und Motive zweier ganz verschiedener Vorlagen miteinander verschränkt: Die Hände der Mona Lisa [La Cioconda, die Heitere] und deren Komposition aus einer bildfüllenden Figur im Vordergrund und landschaftlicher Stilisierung im Hintergrund verschränkt er mit dem Bildaufbau und der Figurdarstellung in einer Fotografie der französichen Künstlerin Dora Maar von 1935, deren Werk erst nachträglich Ruhm und Anerkennung fand. Der Surrealismus und das extravagant Erzählerische aus Maars fotografischen Werk bleibt in Valerians Serie erhalten und schlägt sich in den unterschiedlichen Arbeiten auf je eigene Weise nieder. [...]

Der spontane Blick auf die Bildwerke von Tallal Shammout gibt Rätsel auf. Der Ansatz des Künstlers ist explorativ: forschend und experimentell – und geprägt von der Faszination für den illusionistischen Bildraum einerseits und den vielfältigen Techniken der Erzeugung von Bildwirkungen mit Farbe andererseits. In seiner künstlerischen Praxis macht sich Shammout ganz verschiedene Trägermedien, Farbstoffe und Techniken zu nutze. Grundlage eines jeden Bildes ist dabei die unmittelbare Arbeit mit der Farbe, die in Dripping-Verfahren mal der Kontingenz, mal Momenten der Kontrolle untersteht. Spontane und unkontrollierte Formen des Farbauftrags wechseln sich mit durchdachten Arbeitsschritten, wie Scan-Vorgängen, weiteren fotografischen Verfahren oder der Zugabe spezieller Werkstoffe wie Reflexperlen, um ein eigenes Leuchten aus den Bildern heraus zu erzeugen.

Das Ergebnis sind Werke, in denen sich ganz unterschiedliche Einflüsse, technische Raffinessen und Gedanken in psychedelischen oder neoarchaisch wirkenden Kompositionen auflösen. In ihrer Größe und Wirkung stechen dabei besonders fünf großformatige C-Drucke heraus. Maximal flächig auf Fotopapier erzeugt Shammouts Mischtechnik aus Malerei und fotografischen Methoden in diesen Bilder verblüffend ausgedehnte Raumillusionen und tiefenräumliche Strukturen, deren Ästhetik in unheimliche Science-Fictionesque Umgebungen kippt. […]
—Philipp Anders


Antony Valerian *1992 in Hamburg, DE, lebt und arbeitet in Berlin
2010 Akademie der bildenden Künste Wien, AT, bei Daniel Richter,
Klasse Erweiteter Malerischer Raum
2018 M.A., Akademie der bildenden Künste Wien bei Daniel Richter
2020 Pollock-Krasner Foundation Grant, New York

Tallal Shammout *1989 in Wien, AT, lebt und arbeitet in Wien
2015 Akademie der bildenden Künste Wien bei Daniel Richter,
Klasse Erweiteter Malerischer Raum
2020 Abschluss des Studiums bei Daniel Richter an der Akademie der
bildenden Künste Wien
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