Paul Glaw: Pleasure Anorexia
6. November—23. Dezember 2021

Wir freuen uns die Einzelausstellung Pleasure Anorexia von Paul Glaw anzukündigen.
Nachdem im November 2020 bereits erste Arbeiten Glaws in der Gruppenausstellung November Series Pt. 2 zu sehen waren, legt der Künstler nun seine erste Einzelausstellung in der Josef Filipp Galerie vor. 

In den Medien Malerei, Skulptur und digital erzeugten Videos thematisiert Paul Glaw erneut die Wendejahre in Ostdeutschland und erzählt von den Erfahrungen, Sorgen und der Ambivalenz in der Wahrnehmung und Erzählung der Wiedervereinigung und ihren Folgen.

Paul Glaw inszeniert in seinen chromatisch kodierten Arbeiten in Orange und Blau Szenerien und Momente des Alltags, die er als symptomatisch für seine Erfahrungen der 90er und frühen 2000er Jahre in Halle/Saale seit der deutschen Wiedervereinigung beschreibt. Mit einer kritischen Haltung gegenüber vorherrschenden Narrativen erzählt Paul Glaw dabei von den Erfahrungen der Menschen in dieser Zeit, er spricht von Sorgen, Ängsten, dem Verlust sozialer Institutionen, Gewalt, Lethargie und dem Ausbleiben von Perspektiven.

Die Verwendung von Ambivalenz ist zentral für seine Bildsprache und Erzählstrategie. Mit der Entwicklung einer eigenen Ikonographie und eines charakteristischen Stils in einem Farbcode aus Blau- und Orangetönen, der in sich selbst metaphorisch ist, spricht Paul Glaw Fragen der Identität und der Veränderung an, die eng mit den gehörten und ungehörten Geschichten des Wiedervereinigungsprozesses und Ostdeutschlands verbunden sind. »Trotz meines Aufwachsens in der BRD stelle ich fest, dass ich aufgrund meiner ostdeutschen Herkunft in zwei Welten lebe. Die der BRD und die Ostdeutschlands«, sagt er. Seine Kunst ist ein Plädoyer für eine offene Wahrnehmung zweier gesellschaftlicher Realititäten sowie unterschiedlichen Geschichtserzählungen in Deutschland von den 1990ern bis heute. Im Sinne eines stärkeren Bewusstseins für Vielfalt betont er jedoch immer wieder, dass seine Auseinandersetzung mit Exklusions- und Inklusionsprozessen innerhalb von Gesellschaften, seine Fragen nach dem Wesen und der Bedeutung von Identität, aber auch Identitätsproblematiken nicht auf seinen speziellen erzählerischen Kontext des Ostdeutschland seit den 1990er Jahren beschränkt ist.
—Philipp Anders
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